Peru

Ein Auftakt nach Mass…

Ich lief im engen Gang des Flugzeugs der Flugbegleiterin hinterher und konnte mein Glück kaum fassen. Aus dem Nichts hatte ich ein Upgrade in die nächst höhere Klasse erhalten, die Economy Premium. Dieses Abteil war zwar nicht ganz auf dem Niveau wie die Business Class, aber dennoch eine grosse Steigerung zur normalen Economy (auch Holzklasse, Sardinenbüchse oder Folterkammer genannt). Die Sitze waren breiter und man hatte viel mehr Beinfreiheit, was einem 1.97 Meter Mensch wie mir sehr gelegen kam. Ich machte es mir bequem und plötzlich freute ich mich auf die vor mir liegenden 12 Stunden. Die nächsten zwei Wochen durften ruhig so weitergehen…

Peru

Aber beginnen wir mit einigen Informationen über das Land, welches ich während den nächsten zwei Wochen näher kennenlernen und entdecken wollte. Peru liegt in Südamerika und zählt ca. 32 Millionen Einwohner. Der Grossteil der Bevölkerung spricht Spanisch und die Hauptstadt ist Lima.

Der unbestrittene Star und Touristenmagnet Nr. 1 des Landes ist die alte Inka-Stadt Machu Picchu. Dieses Weltwunder war natürlich auch auf meiner To-Do-Liste, jedoch erst gegen Schluss meiner Reise. Zuvor plante ich per Bus (mit dem Busunternehmen Peru Hop, welches ich auf jeden Fall empfehlen kann) von Lima mit diversen Zwischenstopps nach Cusco zu reisen.

Die Route sah wie folgt aus:

Lima –> Paracas –> Huacachina –> Nazca –> Arequipa –> Cusco

Danach wollte ich mit dem Flugzeug wieder zurück nach Lima fliegen.

So war es jedenfalls geplant. Es war ein ziemlich straffes Programm für die nächsten zwei Wochen und ich hoffte, dass ich es genauso durchziehen konnte.

Die lange Reise von Zürich via Paris nach Lima (04 Sep 2018)

Los geht’s! Ich schnappte mein Gepäck und machte mich auf den Weg zum Flughafen Zürich. Der Flug nach Paris ging bereits ziemlich früh morgens um 07:45 Uhr. Check-in und Boarding liefen reibungslos ab und ich war guten Mutes. Nach der Ankunft am ‘Charles De Gaulle‘ Flughafen hätte ich dann gut 90 Minuten Zeit umzusteigen, was normalerweise locker reichen sollte.

Leider war dieser Tag nicht ‘normal’,  denn es hatte gemäß Durchsage des Piloten dicken Nebel in Paris, was zu zahlreichen Verspätungen führte.

Das Flugzeug stand um 08:30 Uhr also noch immer in Zürich und ich wurde langsam nervös. Den meisten anderen Passagieren ging es ähnlich, denn viele mussten in Paris einen Anschlussflug erwischen…genau wie ich. In solchen Momenten könnte ich wirklich die Wände hochgehen, aber es hilft alles nichts, man muss ruhig bleiben und es quasi über sich ergehen lassen.

Schließlich um etwa 08:45 Uhr hoben wir endlich ab. Nun aber schnell, dachte ich und hoffte, dass wir in der Luft etwas von der verlorenen Zeit wieder gut machen konnten.

Nach einem Croissant und Kaffee landeten wir eine knappe Stunde später endlich in Paris. Mein Ankunftsterminal war aber natürlich am völlig anderen Ende des Flughafens als das Abflugterminal wo ich hinmusste. Mit grösser werdender Panik lief ich also so schnell ich konnte durch die Gänge und musste auch noch eine Sicherheitskontrolle passieren.

Endlich war ich dort. Glücklicherweise hatte auch dieser Flug etwa 30 Minuten Verspätung wegen dem Nebel und somit hatte ich schlussendlich doch genug Zeit. Das Boarding war jedoch bereits im Gange und es befand sich eine lange Schlange vor dem Gate. Ich stellte mich hinten an und es dauerte eine weitere halbe Ewigkeit bis ich endlich auf meinem reservierten Notausgang-Sitz in der Economy Klasse Platz nehmen konnte.

Wie vorhin erwähnt messe ich knappe 2 Meter und lange Flüge (und auch kurze) sind für mich eine richtige Qual. Da ich mir aber nicht Unsummen für einen Business Class Sitz leisten kann und will, reserviere ich vorab meistens einen Sitz beim Notausgang oder in der ersten Reihe, denn dort gibt es immerhin mehr Platz für die Beine. Natürlich kosten solche Reservationen auch etwas, jedoch meistens nicht allzu viel. Wenn man es wagen möchte, kann man natürlich auch keine Sitzplatzreservierung vornehmen und beim Online-Check-in einen gratis Notausgangssitz ergattern. Oft sind diese aber bereits nicht mehr verfügbar und bei einem 12-Stunden Flug wollte und konnte ich kein Risiko eingehen.

Ich saß also beim Notausgang in einer 3er-Reihe ganz außen beim Gang und empfand den Sitz sofort als sehr eng. Es hatte zwar vorne wie erwartet viel Platz für die Beine, aber es sah so aus, als wären diese Plätze im Vergleich zu den anderen Economy Plätzen schmaler. Ach du grüne Neune, das werden ja tolle 12 Stunden, dachte ich und stellte mich mental schon mal auf einen sehr schwierigen Flug ein. Vielleicht bleiben ja wenigstens die Sitze neben mir leer, hoffte ich. Doch zwei Minuten später setzte sich ein Indisches Ehepaar auf die Plätze und ich fühlte mich sofort noch mehr beengt.

Den Indern schien es gleich zu gehen wir mir, denn ich hörte wie sie sich auf Englisch beklagten und sogleich mit einer Flugbegleiterin zu diskutieren begannen. Es war dann ein Hin und Her und ich wusste nicht, was sie sich erhofften, denn das Flugzeug schien bis auf den letzten Platz gefüllt.

„Ok“, sage die genervte Flugbegleiterin plötzlich und sah mich an „Sir, Sie kommen mit mir und ich setze Sie an einen anderen Platz.“ So war gewährleistet, dass die Inder etwas mehr Platz bekamen durch den freien Sitz. Ich lief ihr also hinterher und ihr wisst, wohin sie mich führte…

Ankunft in Lima (05 Sep 2018)

16:00 Uhr Ortszeit und die Maschine ist in Lima gelandet. Die letzten 12 Stunden vergingen wie im Flug und ich konnte am Schluss sogar noch etwas schlafen. Ich nahm mir bereits jetzt vor, dass ich mir für den Rückflug ein Upgrade in die Economy Premium leisten werde. Dann wird es ein Nachtflug sein, sodass ein gewisser Komfort noch wichtiger war.

Nach den Einreiseformalitäten verliess ich das Flughafengelände und schnupperte zum ersten Mal Peruanische Luft. Ich ging zur Busstation und fand sofort den roten Flughafenbus von Peru Hop. Bei der Fahrt in die Stadt schaute ich gespannt aus dem Fenster. Wie bei jeder Reise versuchte ich so viel wie möglich einzusaugen und aufzunehmen.

Mein Hotel für die ersten beiden Nächte hatte ich im Stadtteil Miraflores, ein Bezirk direkt am Meer gelegen, der als vornehm und vor allem als sehr sicher galt für Touristen. Ausserdem gab es dort massenhaft Hotels, Restaurants und Unterhaltung.

Ich checkte in mein Zimmer ein und war erst mal völlig platt. Die lange Anreise forderte ihren Tribut und da es nun bereits Abend war, entschied ich mich nicht mehr raus zu gehen, sondern ging ins Bett und schlief schon bald tief und fest.

Was auch immer Lima für mich bereit hielt, konnte bis morgen warten…

Der Stadtteil Miraflores

Erkundungstour in Lima (06 Sep 2018)

Früh aufgewacht, früh gefrühstückt und früh aufgebrochen um Lima zu erkunden! Ich hatte einen überraschend guten Schlaf ohne Anzeichen von Jetlag, immerhin betrug die Zeitdifferenz zwischen der Schweiz und Peru während der Sommerzeit 7 Stunden (in der Winterzeit 6 Stunden).

Es war etwas bewölkt bei Temperaturen um die 15 Grad und ich lief erst mal Richtung Meer. Es gab eine tolle Promenade, welche über mehrere Kilometer oberhalb des Standes verlief. Direkt unten beim Strand führte eine viel befahrene Strasse vorbei, so dass ich mich zuerst für den Weg oben entschied. Die Fernsicht war leider nicht gerade super und es wurde nun auch etwas neblig.

Wolkenverhangene Aussichten von der Promenade oberhalb des Strandes

Ich lief ein paar Stunden die Promenade auf und ab und kam an einem kleinen Leuchtturm vorbei. Danach ging ich runter zum Strand um mir das Meer aus der Nähe anzuschauen. Es war ziemlich windig und es war faszinierend den Wellen zuzuschauen, wie sie immer wieder hart am Ufer aufschlugen.

Dann hatte ich genug und ging zurück ins Hotel um eine Rast einzulegen. Am Nachmittag lief ich dann noch etwas in der Nähe meiner Unterkunft herum und kam dabei in den John F. Kennedy Park und den direkt anliegenden Miraflores Central Park.

Mit Kohldampf ging ich in ein indisches Restaurant und bestellte Butter Chicken, Reis, Naan und Bier. Nun wurde ich schläfrig, darum ging ich ins Hotel und wieder früh ins Bett. Am Ende meiner Reise hatte ich nochmals fast zwei volle Tag Zeit um Lima etwas genauer zu erkunden, aber für den Moment hatte ich genug von der Stadt und freute mich auf Morgen.

Wie erwähnt werde ich die kommenden zwei Wochen mit dem Peru Hop Bus durch das Land fahren. Peru Hop ist ein für Touristen ausgelegtes Busunternehmen und bietet verschiedene Routen an, die man sich vorab online kaufen kann. Der Clou liegt darin, dass der Bus dich direkt bei deinem Hotel abholt und die jeweiligen Touristenführer, die sich gerade im Bus befinden, dich während der ganzen Reise betreuen, beraten, sowie auf Englisch viele Informationen erzählen. Ausserdem werden während der Fahrt zusätzliche Stopps bei touristisch interessanten Plätzen eingelegt, wo man aussteigen und fotografieren kann. Gleichzeitig hat es natürlich immer viele andere Touristen und man kann so wunderbar Kontakte knüpfen. Dazu ist die ganze Sache auch sehr flexibel und es gibt keine zeitlichen Restriktionen, da jeden Tag ein neuer Bus die gleiche Route abfährt. Falls man nun irgendwo eine oder zwei Nächte länger bleiben will ist dies kein Problem, man muss lediglich online angeben wo und an welchem Datum man abgeholt werden will.

Ich werde also morgen früh um 07:00 Uhr bei meinem Hotel in Miraflores abgeholt. Die erste Etappe der Reise wird mich nach Paracas führen, wo ich eine Nacht verbringen werde.

Stets zuverlässig, pünktlich und mit netten, Englisch sprechenden Guides; Peru Hop

Lima – Paracas (07 Sep 2018)

Dank Jetlag, der sich nun doch bemerkbar machte, habe ich ohne Zeitdruck mein Frühstück eingenommen und war vor 07:00 Uhr bereit in der Hotel Lobby. Es dauerte nicht lange und ein Vertreter von Peru Hop erschien beim Eingang und holte mich ab. Da Lima eine sehr grosse Stadt ist, wurde ich hier zuerst per Minibus abgeholt und an eine zentrale Busstation gebracht, von wo aus ein grosser Bus in Richtung Paracas fahren würde.

Im Minibus waren bereits ein paar Leute und während der nächsten 20 Minuten sammelten wir bei verschiedenen Hotels in der Gegend noch einige andere Reisende ab.

Bei der zentralen Station mussten wir dann in einen grossen Bus umsteigen und die Reise konnte losgehen. Nach etwas zähem Start durch Lima’s dichten Verkehr ging es schon bald flüssiger vorwärts. Mit einem Zwischenstopp (beim Hacienda San Jose, wo man noch einen alten Sklaventunnel besichtigen konnte) dauerte diese erste Fahrt etwa 6 Stunden und wir kamen am Nachmittag um 14:00 Uhr in Paracas an.

Paracas ist eine kleine Küstenstadt mit knapp 3‘000 Einwohnern. An der schönen Strandpromenade liegen einige Kneipen und Restaurants. Berühmt ist Paracas für den anliegenden Nationalpark, sowie die Islas Ballestas, eine kleine Inselgruppe vor der Küste, wo es Unmengen an Vögeln, Seelöwen und Pinguinen zu bestaunen gibt. Etwas abschätzig wird der Ort auch „Poor Man’s Galapagos“ genannt, also Galapagos für Arme.

Endlich war nun auch das Wetter „Südamerikanisch“. An diesem Nachmittag war keine Wolke am Himmel zu sehen und die Sonne brannte, was mich bereits ins Schwitzen brachte.

Den Rest des Tages schlenderte ich durch das Städtchen und hatte eine richtig gute Stimmung, was zweifellos am hübschen Ambiente lag und an den 2-3 Piscos, die ich mir zum Abendessen genehmigte. Pisco, ein Traubenschnaps, ist das alkoholhaltige Nationalgetränk von Peru.

Paracas

Paracas – Huacachina (08 Sep 2018)

Heute war ein Tag vollgepackt mit Höhepunkten und einer der Tage, auf die ich mich besonders freute. Nach dem Frühstück ging es los mit dem Ausflug zu den Ballestas Inseln (oder eben den Galapagos für arme Leute). In orange Schwimmwesten eingepackt fuhren wir mittels Schnellboot auf das offene Meer hinaus und erreichten gut 20 Minuten später die Felsformationen der Ballestas Inseln. Leider war es ziemlich windig und auch leicht regnerisch, aber es war dennoch ein grossartiges Spektakel die Seelöwen und die unzähligen Vögel aus nächster Nähe zu bestaunen.

Seelöwen tummeln sich auf den Felsen
Auf den Felsen und in der Luft hatte es unzählige Vögel

Wir tuckerten etwa 30 Minuten zwischen den Inseln herum und konnten dieses einmalige Naturschauspiel bestaunen. Ich wäre gerne noch länger geblieben, aber es ging dann schon bald wieder zurück nach Paracas wo unser Bus warten würde für die Weiterreise nach Huacachina. Zuerst konnten wir aber natürlich nochmals zurück in unsere Hotels um uns bereit zu machen und auszuchecken.

Um 13:00 Uhr war der Bus dann bereit und wir fuhren pünktlich ab. Bis Huacachina dauerte es nur etwas mehr als eine Stunde. Kurz nach der Abfahrt machten wir zuerst aber noch ein paar Stopps im Paracas Nationalpark wo man wunderbare, weite Aussichten geniessen konnte auf Meer, Strände, Klippen und landeinwärts auf karge Wüstenlandschaft.

Paracas Nationalpark

Das Wetter war nun wieder richtig gut und nachdem wir uns sattgesehen haben und jeder genug Fotos schoss, ging es weiter zu unserem nächsten Ziel.

Und dieses Ziel hiess Huacachina. Eine regelrechte Oase mitten in der Wüste. Um einen See herum verteilen sich Restaurants, Hotels und ein paar Läden. Sonst gibt es rundherum nur Wüste und Sand.

Es war ein absolut faszinierender Ort und es machte sehr viel Spass die Sanddünen hochzulaufen und noch viel mehr Spass, diese dann wieder herunterzurennen. Die Sonne hinter den Dünen verschwinden zu sehen, war dann noch der perfekte Abschluss eines ereignisreichen Tages.

Ich bin in Huacachina angekommen.
Tolle Wüstenlandschaften
Magischer Sonnenuntergang

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich eine Gruppe gebildet mit zwei weiteren Leuten vom Bus. Wir hatten bis anhin die gleiche Route und liefen uns daher auch immer wiedermal über den Weg. Dazu gehörten Kevin aus Malaysia und Desiree aus den USA. Nach dem Sonnenuntergang gingen wir gemeinsam Abendessen und tauschten noch ein paar Informationen und Geschichten aus. Dann gönnten wir uns noch einem Schlummertrunk in Form von Pisco, ehe wir Gute Nacht sagten und uns in unsere jeweiligen Hotels zurückzogen.

Als ich wieder in meinem Zimmer war, liess ich die letzten Tage nochmals Revue passieren und kam zum Schluss, dass bis zu diesem Moment so ziemlich alles perfekt gelaufen war. Auf solch einer Reise können natürlich immer unvorhergesehene Sachen passieren. Nicht jede Reise verläuft wie geplant und manchmal passieren Dinge, die man nicht steuern kann. Mein Trekking zum Everest Base Camp in Nepal im April 2015 wurde von einer Sekunde auf die andere zum Horrortrip aufgrund eines Erdbebens. Es kam quasi aus dem Nichts und man kann auf einen solchen Moment nicht vorbereitet sein. Innert kurzer Zeit gerät man in einem völlig anderen Modus und plötzlich geht es nur noch darum, mit heiler Haut aus einer Situation zu kommen, die völlig ausser Kontrolle geraten ist.

Ich war daher dankbar über den bisherigen Verlauf meiner Peru Reise und hoffte inständig, dass es im gleichen Stil so weiterging.

Morgen stand eine lange Fahrt bevor. Wir werden zuerst nach Nazca fahren, wo wir die berühmten Nazca Linien bestaunen können. Nach einem Stopp und Abendessen in der Stadt Nazca wird es dann umgehend weitergehen und wir fahren durch die Nacht bis wir schliesslich am folgenden Tag früh morgens in Arequipa ankommen werden.

Die ganze Reise wird etwa 18 Stunden dauern und davon sind wir während mindestens 15 Stunden im Bus. Klingt anstrengend und ist es auch. Es wird sich aber definitiv lohnen, denn in Arequipa warten viele weitere, tolle Highlights.

Huacachina – Nazca – Arequipa (09 Sep 2018)

Super geschlafen und bereit für den 18 Stunden Monstertrip!

Nach dem Frühstück ging ich nochmals auf die Dünen für ein paar letzte Fotos und gegen Mittag ging es auch schon bald los. Die lange Busfahrt verlief dann mehr oder weniger ereignungslos und am späteren Nachmittag kamen wir beim Aussichtspunkt für die Nazca Linien an. Diese Linien sind nur von oben und idealerweise aus einem kleinen Flugzeug ersichtlich. Ich und die meisten anderen Touristen gaben sich jedoch mit einem Turm zufrieden, den man hochsteigen musste. Von dort hatte man eine Übersicht über einige, wenn auch längst nicht alle Linien, welche riesige Abbilder von Menschen, Vögeln, Fischen und anderen Tieren symbolisieren.

Die Nazca Linien von einem Aussichtsturm

Für die Entstehung der Linien zitiere ich an dieser Stelle Wikipedia:

Eine systematische Erkundung und Vermessung zusammen mit archäologischen Grabungen zwischen 2004 und 2009 im Umfeld und zum Teil in den Linien konnte ihre Entstehung und ihren Zweck mit hoher Wahrscheinlichkeit klären: Es handelt sich demnach um Gestaltungen im Rahmen von Fruchtbarkeitsritualen, die zwischen 800 v. Chr. und 600 n. Chr. angelegt und durch periodische Klimaschwankungen veranlasst wurden. Die moderne Archäologie geht davon aus, dass die Nazca-Linien Aktionsflächen für Rituale in Hinblick auf Wasser und Fruchtbarkeit gewesen sind.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Nazca-Linien

Wieder im Bus ging es dann noch ein paar Minuten weiter in die Stadt Nazca. Dort wartete bereits unser Abendessen, welches von Peru Hop organisiert wurde. Mit gut gefüllten Bäuchen ging es zurück zur Station. Für die Nachtfahrt nach Arequipa gab es dann zu meiner Entzückung einen neuen Bus, ausgestattet mit rückstellbaren Sitzen, welche sich quasi in Betten verwandeln liessen. Decken und Kissen waren ebenfalls vorhanden und so wurde die lange Fahrt durch die Nacht unerwarteterweise richtig gemütlich.

In Arequipa werde ich dann endlich etwas mehr Zeit haben, denn ich bleibe dort für 3 Nächte. Jeder der kommenden Tage wird aber wieder so richtig gut ausgefüllt und ich freue mich sehr auf die nächsten Höhepunkte dieser Reise. Dazu gehören wird definitiv ein Tagesausflug, den ich zum Colca Canyon gebucht habe. Dort sollte man Kondore beobachten können, die riesigen Vögel der Anden mit einer Flügelspanne von knapp 2 Metern. Dazu werde ich natürlich noch genügend Zeit haben die wunderbare Stadt Arequipa zu besichtigen.

Auch „Die weisse Stadt“ genannt, zählt Arequipa und Umgebung eine Million Einwohner und ist von insgesamt drei Vulkanen umgeben, namentlich El Misti, Chachani und Picchu Picchu. Besonders der El Misti sticht dank seiner markanten Form heraus und ist wie die anderen beiden Vulkane gut von der Stadt aus sichtbar. Beim Stadtkern auf dem Hauptplatz Plaza de Armas befindet sich ausserdem noch eine prächtige Kathedrale aus dem 17. Jahrhundert. Die Stadt liegt auf 2‘300 Metern über Meer und im Jahr 2000 wurde das Stadtzentrum von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Nun mussten wir aber erstmal dort hinkommen und nach so vielen Stunden im Bus wurde mir langsam richtig übel. Während der Fahrt döste ich vor mich hin, an einen erholsamen Schlaf war jedoch nicht zu denken. Zu unruhig wackelte der Bus auf den unebenen Strassen auf und ab.

Ich dachte an die vergangenen und an die kommenden Tage. Obwohl ich erst seit 5 Tagen in Peru war, kam es mir schon viel länger vor. Das hing wohl damit zusammen, dass jeder Tag ein neues Abenteuer war und viele Erlebnisse mit sich brachte. Auf den meisten Reisen vergehen die ersten paar Tage nach meinem persönlichen Gefühl eher langsam, während sie am Schluss regelrecht vor sich hin rasen. Das ist zweifellos nur Einbildung, da ja jeder Tag genau gleich lange dauert, nämlich 24 Stunden. Aber vielleicht hat man am Anfang einer Reise einfach ein Gefühl von „mehr Zeit“ und deshalb erscheinen einem die Tage auch entsprechend länger, während man je näher das Ende der Reise rückt je weniger Zeit hat und sich dies auch auf die gefühlte Tageslänge ausschlägt.

Mit solchen Gedanken (ich hatte wohl zuviel Pisco) schlafe ich tatsächlich nochmals ein bis irgendwann das Licht im Bus angeht. Wir haben unser Ziel erreicht.

Arequipa – Stadtbesichtigung Teil 1  (10 Sep 2018)

Um 05:30 Uhr kamen wir endlich in Arequipa an. Zum Glück war jemand bei der Rezeption meines Hotels und noch glücklicher war ich, dass ein Zimmer für mich bereit war. Ich gönnte mir sogar noch ein kleines Frühstück und legte mich dann noch etwas hin und ruhte mich aus. Um 10:00 Uhr habe ich mit Kevin und Desiree abgemacht, denn wir wollten zusammen an eine Free Walking Tour gehen. Bei solch einer Tour erzählt ein lokaler Touristenführer viele interessante Geschichten und Informationen über die Stadt und man kommt auch zu einigen Orten, die man allein wohl nicht entdeckt hätte. Zum Abschluss der Tour konnte man dem Führer oder der Führerin ein Trinkgeld in selbst wählbarer Höhe überreichen. Es lag also im Interesse der Führer, die Tour so spannend und informativ wie möglich zu gestalten, um ein hohes Trinkgeld einzustreichen.

Nachdem wir den Startpunkt dieser Walking Tour gefunden haben liefen wir kurze Zeit später mit zwei Dutzend anderen Touristen los und waren etwas mehr als zwei Stunden später wieder fertig. Mein Fazit fiel positiv aus. Die Tour war wirklich gut gestaltet und wie ich hörte, führte der gleiche Veranstalter diese Touren auch in Cusco und Lima durch. Ich plante, bei diesen ebenfalls teilzunehmen.

Plaza de Armas, der Hauptplatz in Arequipa

Nun hatte ich so richtigen Kohldampf und ging zusammen mit Kevin und Desiree in ein lokales Restaurant, welches peruanische Spezialitäten servierte. Das Essen war toll und nach einem Verdauungsspaziergang verabschiedeten wir uns fürs Erste und wollten uns am Abend gegen 18:00 Uhr auf dem Hauptplatz wieder treffen.

Nun benötigte ich aber dringend eine Pause, denn ich war hundemüde. Ich ging zurück ins Hotel und  gönnte mir ein Nickerchen. Ein paar Stunden später riss mich der Wecker unsanft aus dem Schlaf und ich machte mich bereit für das geplante, gemeinsame Abendessen.

Pünktlich um 18:00 Uhr (typisch Schweizerisch, die anderen waren natürlich noch nirgends zu sehen) war ich wieder beim Hauptplatz und wartete auf die anderen. Nachdem man tagsüber problemlos in T-Shirt und Shorts herumlaufen konnte, wurde es nun nach Sonnenuntergang empfindlich kalt und ich hätte neben meinem Pullover gerne noch eine Jacke dabei gehabt.

Nach ein paar Minuten kamen dann auch Kevin und Desiree und wir gingen in ein Restaurant wo es hausgemachte Nudeln mit vielen tollen Saucen gab. Danach gönnten wir uns in einer Bar noch Pisco und Bier und diskutierten noch ein wenig über die nächsten Tage. Während ich morgen einen Ausflug zum Colca Canyon gebucht habe, werden die beiden einen weiteren Tag in der Stadt verbringen. Wir nahmen uns vor, dass wir uns morgen Abend noch zum letzten Mal alle zusammen treffen werden. Danach würden sich unsere Wege trennen, wobei ich Desiree in Cusco nochmals antreffen werde.

Zurück im Hotel versuchte ich sofort zu schlafen, denn ich musste um 03:00 Uhr Nachts in der Hotel Lobby bereit sein für den Pick Up. Auch bei den Ausflügen in den kommenden Tagen in Cusco werde ich zu dieser unwirtlichen Zeit bereit sein müssen. Der Grund dafür ist, dass es sich einerseits um sehr lange Ausflüge handelt und man dazu noch sehr viel Distanz überwinden muss. Die ganze Tour morgen dauerte somit von 03:00 Uhr in der Früh bis 17:30 Uhr Nachmittags. Müde und ohne genug Schlaf wäre der Ausflug wohl nur halb so toll, daher wollte ich gut mit meinen Energiereserven haushalten, auch im Hinblick auf die kommenden Tage.

Nun aber genug geschrieben und ab ins Bett.

In der Ferne der Vulkan El Misti

Ausflug zum Colca Canyon  (11 Sep 2018)

Jeder der seinen Wecker schon mal auf 02:40 Nachts gestellt hat weiss, dass es kein Vergnügen bereitet, wenn er zu klingeln beginnt und man brutal aus dem Tiefschlaf gerissen wird. Man macht dies ja alles freiwillig, aber in gewissen Momenten fragt man sich schon, ob man eine Schraube locker hat und warum man sich das Ganze eigentlich antut. Und dies in den eigenen, wohlverdienten Ferien…

Aber lamentieren bringt hier gar nichts. Sollte ich nicht rechtzeitig in der Lobby sein würde ich nicht nur den Bus, sondern auch einen grossartigen Tag verpassen. Darum putzte ich mir die Zähne, zog mich an und war innert 10 Minuten Abmarschbereit. Den Rucksack habe ich schon am Vorabend gepackt und war darum pünktlich in der Hotel Lobby.

Gemeinerweise musste ich über 20 Minuten warten bis der Minibus endlich bei meinem Hotel ankam und mich aufsammelte. Ein paar Touristen waren bereits im Bus und einige andere holten wir noch ab. Nach über zwei Stunden Fahrt legten wir dann einen ersten Stopp ein und konnten Frühstücken. Dabei erkannte ich ein paar Leute aus den Tagen zuvor, die ebenfalls mit Peru Hop reisten. Dazu schien es auch ein paar peruanische Touristen zu geben.

Nach dem Frühstück ging es weiter. Schon bald machten wir einen weiteren Halt bei einem typischen, traditionellen, peruanischen Dorf. Dort konnten wir Lamas und Alpacas aus nächster Nähe bestaunen und im Dorf herum schlendern.

Schon bald ging es weiter und wir kamen nun schnell voran Richtung Colca Canyon. Wir hielten bei einigen Aussichtspunkten, von welchen es fantastische Weitblicke über den Canyon und die umliegende Landschaft gab.

Tolle Aussicht über eine faszinierende Landschaft

Auch wenn die Aussichten schon eine Klasse für sich waren, so lag das eigentliche Highlight dieses Tages noch vor uns. Es war schon bald Mittagszeit als wir beim Aussichtspunkt für die Kondore ankamen. Nun hatten wir über eine Stunde Zeit uns umzusehen und die fliegenden Riesenvögel zu beobachten. Hier wimmelte es von Touristen und es dauerte nicht lange, da flog bereits ein beflügeltes Exemplar ziemlich nahe an uns vorbei.

Was für ein grossartiges Erlebnis. Es war wunderschön diese Tiere in ihrem eigenen Lebensraum herumfliegen zu sehen. Ich war so sehr in den Momenten versunken und hätte fast vergessen ein paar Fotos zu schiessen. Dies war gar nicht so einfach, denn die Kondore kamen nicht immer sehr nahe und flogen meist ziemlich schnell vorbei. Ein paar gute Aufnahmen sind mir dann aber trotzdem gelungen und so bin ich mit einem richtig guten Gefühl wieder in den Bus eingestiegen.

Die majestätischen Kondore

Der Tag hatte bereits sämtliche Erwartungen übertroffen und noch war er ja nicht zu Ende. Nun war aber erst mal Mittagessen angesagt. In einem Restaurant wurden uns peruanische Spezialitäten serviert. Anschliessend ging es weiter. Unser nächstes Ziel war ein Naturpool, wo man sich in heisse Thermalbäder legen konnte. Dies war ein guter Zeitpunkt um etwas zu entspannen, ausserdem sollten die Bäder wohltuende Wirkung auf Körper und Geist haben. Genau das Richtige nach einem langen, aufregenden Tag. Es gab verschiedene Pools und jeder hatte eine etwas andere Temparatur. Allzu lange sollte man sich allerdings nicht in den Bädern aufhalten, da man einen Ausschlag und Juckreiz kriegen konnte. Und tatsächlich bemerkte ich nach einiger Zeit ein paar rote Flecken an meinen Armen, daher stieg ich schnell aus und duschte. Die anderen werden sicherlich auch noch rote Flecken bekommen, wenn sie noch lange im Wasser bleiben. Bei mir waren sie aber nach kurzer Zeit schon wieder am abflachen und kaum mehr sichtbar. Alles halb so wild. Ich ging noch zum Kiosk und kaufte ein Bier. Dann setzte mich für die nächste halbe Stunde in den Schatten auf einen Baumstrunk und wartete bis alle fertig waren und der Guide uns zum Weitergehen animierte.

Die Naturbäder

Als die Baderei ein Ende gefunden hatte ging es weiter und nun machten wir uns auf die Rückfahrt nach Arequipa. Jedoch nahmen wir eine andere Route als am Morgen und wir fuhren über einen Pass auf fast 5‘000 Metern Höhe. Dort stiegen wir kurz aus um Höhenluft zu schnuppern. Die Weiterfahrt führte uns ziemlich nahe am Vulkan Chachani vorbei, dem höchsten der Vulkane um Arequipa mit 6‘057 Metern über Meer. Da wir nun hoch in den Anden waren, hatte es auch jede Menge Lama und Alpaca Herden, die bereitwillig für Fotos posierten.

Tierwelt in den peruanischen Anden

Auch der schönste Tagesausflug geht mal zu Ende und so kamen wir kurz vor 18:00 Uhr wieder in Arequipa an. Ich war zwar erschöpft aber nicht müde, denn ich war immer noch aufgekratzt von den tollen, letzten 12 Stunden. Ich ging schnell ins Hotel um zu duschen und mich umzuziehen. Ich konnte es kaum erwarten Desiree und Kevin Bericht zu erstatten und musste mich beeilen, denn ich war schon etwas spät dran und ich wollte ja nicht, dass das Image von meiner schweizerischen Pünktlichkeit einen Kratzer abbekam.

Wir gingen also noch einmal zusammen Abendessen, erzählten unsere Erlebnisse des Tages und tranken nochmals ein paar Piscos. Dann hiess es Abschied nehmen von Kevin, wir werden jedoch mittels Sozialen Medien in Kontakt bleiben. Desiree würde ich wie erwähnt in ein paar Tagen in Cusco wiedersehen.

Zurück im Hotel dachte ich nochmals über den heutigen Tag nach und erfreute mich an den vielen Fotos. Was für ein toller Tag, was für eine tolle Reise. Konnte es noch besser werden? Glücklich und zufrieden schlief ich ein.

Arequipa – Stadtbesichtigung Teil 2  (12 Sep 2018)

Heute nahm ich es gemütlich. Es war einer der wenigen Tage meiner Reise an denen ich kein festes Programm hatte. Zuerst schlief ich lange aus und ging ziemlich spät zum Frühstück. Danach spazierte ich nochmals zum Plaza de Armas, dem schönen Hauptplatz. Weiter besuchte ich einen Park und versuchte noch etwas in die Höhe zu kommen, um ein paar Fotos mit Weitsicht zu schiessen. Ich konnte nicht genug davon bekommen und war richtig begeistert von der Schönheit dieser Stadt. Falls ich wiedermal nach Peru komme, werde ich unbedingt hierher zurückkehren.

Zum Abschluss des Tages ging ich noch in die best bewertete Pizzeria der Stadt und liess so meinen letzten Abend in Arequipa ausklingen.

Morgen gibt es nochmals einen langen Reisetag. Rund 12 Stunden wird die Fahrt nach Cusco dauern und dies wird gleichzeitig meine Bus-Endstation sein, bevor es mittels Flugzeug zurück nach Lima geht.

Zuerst werde ich aber 4 Nächte in Cusco verbringen und nochmals so richtig aufs Gaspedal drücken, denn es stehen noch Tagesausflüge zum Rainbow Mountain und – zum krönenden Abschluss – nach Machu Picchu an.

Die Reise lief immer noch wie geschmiert und es gab weiterhin keinerlei Schwierigkeiten. Von meiner Seite aus durfte es die nächsten paar Tage, die gleichzeitig meine letzten in Peru sein werden, gerne so weitergehen. Wenn dem so wäre, könnte ich die gesamte Tour als vollen Erfolg bewerten. Aber man soll den Tag ja nicht vor dem Abend loben und deshalb blieb ich vorsichtig optimistisch. Ein Erfolg war die Reise sowieso schon mit all den Eindrücken und Erlebnissen, die ich bis hierher sammeln durfte. Die Vielfältigkeit dieses Landes ist enorm. Wo sonst kann man innert so kurzer Zeit so viele verschiedene Dinge erleben? Millionenmetropolen, Naturschauspiele, Oasen, Wüsten, Riesenvögel, Küste und Meer, 6000 Meter hohe Vulkane, regenbogenfarbige Berge, Weltwunder. Die Liste der Highlights war lang und doch stehen Peru in Südamerika mit Argentinien, Brasilien und Chile drei Länder vor der Nase, die jährlich mehr Touristen anziehen.

Diese Zahlenspielereien interessierten mich an diesem Abend aber nicht die Bohne. Ich freute mich auf Cusco schon bald schlief ich friedlich ein.

Arequipa – Cusco (13 Sep 2018)

Wieder früh aufgestanden (vor 06:00 Uhr musste ich bereit sein) wartete ich in der Hotel Lobby auf den Peru Hop Bus. Mit ein wenig Verspätung traf er dann endlich ein und ich machte es mir im Bus gemütlich. Während ich die letzten Blicke auf Arequipa erhaschte fuhren wir schon bald über peruanisches Hochland und kamen Cusco immer näher. Als wir durch die Anden fuhren sah ich wieder einige Lama und Alpaca Herden. Dann nahm ich meinen Reiseführer hervor und las, was er über Cusco zu berichten hatte.

Cusco, die einstige Hauptstadt des Inkareiches, liegt in luftiger Höhe auf 3‘400 Metern über Meer.  Die Stadt zählt ungefähr 430‘000 Einwohner und ist das Tor für Ausflüge nach Machu Picchu. Daneben gibt es aber noch einige andere interessante Sachen in der Umgebung und ein Stopp in Cusco ist bei jeder Peru Reise Pflicht.

Es war bereits Dunkel als wir endlich in Cusco ankamen. Da die Busstation etwas ausserhalb des Stadtzentrums lag, organisierte Peru Hop für uns Taxis, welche uns zu unseren jeweiligen Hotels brachte. Bis ins Stadtzentrum dürfen Busse in Cusco nämlich nicht fahren.

Da es schon spät war und ich morgen den ganzen Tag Zeit hatte um die Stadt zu besichtigen, entschied ich mich nicht mehr rauszugehen. Ich war auch sehr müde von der langen Fahrt und brauchte dringend eine Ruhepause.

Cusco – Stadtbesichtigung (14 Sep 2018)

Der erste Tag in Cusco stand an. Ich fühlte mich langsam wie ein Entdecker, der jeden Tag neue Gebiete suchte und fand. Nach dem Frühstück ging ich als erstes zum Hauptplatz, auch hier wieder Plaza de Armas genannt. Die Architektur war beeindruckend und ich lief den Platz auf und ab und schoss ein paar Fotos. Hier hatte es im Gegensatz zu den bisherigen Orten einige Strassenverkäufer, die mich ansprachen und mir ihre Ware andrehen wollten. Da ich mir dies von meinen bisherigen Reisen, vor allem aus Südostasien, gewöhnt war, störte es mich nicht besonders. Man muss einfach lächeln und dazu selbstbewusst „Nein Danke“ sagen, dann wird man normalerweise sofort wieder in Ruhe gelassen.

Durch schmale Gassen schlenderte ich noch etwas herum und dann wurde es Zeit für mein Treffen mit Desiree. Wir haben abgemacht, uns um 11:00 beim Plaza de Armas zu treffen und gemeinsam an die Free Walking Tour zu gehen.

Das Prozedere war wieder gleich wie in Arequipa, wenn auch die Tour hier etwas länger dauerte. Als wir fertig waren, überreichten wir dem Guide das Trinkgeld und gingen in unsere Hotels zurück. Am Abend würden wir uns wieder treffen für ein gemeinsames Abendessen.

Die ganze Lauferei und wohl auch die Höhenluft machten mich müde und ich gönnte mir wiedermal ein Nickerchen.

Am Abend war dann wieder Ausgang angesagt. Also wieder zum Hauptplatz hoch laufen um Desiree zu treffen. Die Kilometer summierten sich an diesem Tag weiterhin fleissig. Nach Anbruch der Dunkelheit wurde es wieder ziemlich frisch und nun musste ich definitiv meine dicke Windjacke anziehen, wollte ich nicht erbärmlich frieren. Am Abend hatte Cusco seinen eigenen Charme. Allzu lange konnte und wollte ich heute aber nicht aufbleiben, denn morgen stand der Ausflug zum Rainbow Mountain an und bereit sein in der Lobby musste ich – ihr ahnt es – um 03:00 Uhr Nachts.

Plaza de Armas in Cusco

Cusco – Ausflug zum Rainbow Mountain (15 Sep 2018)

Nun war es endlich soweit. Auf diesen Tag freute ich mich mehr als auf den Machu Picchu Tag. Weshalb er fast in einer riesigen Enttäuschung endete und dann doch zum unvergesslichen Erlebnis wurde, versuche ich euch nun in den nächsten Zeilen zu schildern. Wir sind zum geplanten Rainbow Mountain (Vinicunca) nämlich gar nicht gekommen und sind schlussendlich bei einem anderen Rainbow Mountain (Palccoyo) gelandet. Gott sei Dank hat Cusco in seiner Umgebung mehrere Rainbow Mountains…

Aber beginnen wir von vorne…es war also 03:00 Uhr Nachts und ich war wiedermal typisch Schweizerisch pünktlich in der Hotel Lobby am warten. Schon bald wurde ich abgeholt, wie üblich per Minibus und ein paar Stunden später gabs den ersten Halt fürs Frühstück. Auch bei diesem Ausflug erkannte ich ein paar familiäre Peru Hop Gesichter.

Dann, an der Grenze zum Nationalpark wo sich der Vinicunca Rainbow Mountain befand, passierte der Supergau. Bereits einige hundert Meter vor uns sah ich ein paar weitere Minibusse, die nicht mehr weiterfuhren. Als wir bei ihnen ankamen, fing unsere Touristenführerin mit denjenigen der anderen Busse an auf Spanisch zu diskutieren. Ich dachte zuerst, dass irgendwo eine Strasse verschüttet war und es deswegen nicht weiterging, der Grund war jedoch ein anderer.

Es stellte sich heraus, dass die lokalen Einheimischen, welche dort in der Umgebung wohnten, uns an der Weiterfahrt hinderten. Offensichtlich haben sie genau heute einen Streit angedroht, weil sie zu wenig Einnahmen von den Dutzenden Touristen erhalten würden, die jeden Tag hier vorbei kamen. Anscheinend haben sie sogar Gewalt angedroht und unsere Führer konnten und wollten natürlich kein Risiko eingehen. Daher blieb uns nichts anderes übrig, als umzukehren. Die Stimmung war entsprechend getrübt und ich war für einen Moment sehr traurig.

Ein wenig besser wurde es aber immerhin kurze Zeit später. Denn unsere Führerin schlug uns vor, zu einem anderen Rainbow Mountain zu fahren, genannt Palccoyo, der ebenfalls in der Nähe lag. Dies würde den Tagesausflug nur unwesentlich verlängern und die Wanderung zum Aussichtspunkt wäre kürzer. Natürlich stimmten wir alle dem Vorschlag zu, was blieb uns auch anderes übrig. So ganz überzeugt war ich jedoch noch nicht, denn ich kannte bis anhin nur Bilder vom ursprünglich geplanten Regenbogen Berg und von unserem neuen Ziel hatte ich noch nie etwas gehört. Aber egal, ein Tag, an dem man einen Rainbow Mountain zu Gesicht bekommt, ist trotzdem ein guter Tag und ändern konnte man daran nun sowieso nichts mehr, also machen wir das Beste aus der Situation.

Nach etwas mehr als zwei weiteren Stunden Fahrt kamen wir dann bei unserem Ziel an. Man sah den wenigen Einheimischen dort an, dass sie durchaus etwas überrascht waren, soviele Touristen auf einmal zu sehen. Denn neben unserem Minibus waren noch mindestens 10 weitere Busse alternativ zu diesem Berg gefahren

Und – liebe Freunde – ich war begeistert! Es war der absolute Wahnsinn. Es war zwar bewölkt und wäre es sonnig gewesen, wären die Farben wohl noch intensiver gewesen. Aber ich hatte absolut nichts zu beklagen, die Aussicht war atemberaubend. Man läuft zuerst auf etwa 5‘000 Metern Höhe ein Plateau hinauf, was ganz schön anstrengend war, und dann hatte man eine Weitsicht, die einem dem Atem verschlug. Vergessen war der Frust über die Einheimischen, die ausgerechnet heute ihren Protest antraten, aber wer konnte es ihnen übel nehmen. Die lokale Bevölkerung hatte es sonst schon schwierig genug und diese Rainbow Mountains sind wahre Touristenmagnete und für die Reiseveranstalter regelrechte Goldgruben. Daher war es mehr als verständlich, dass die Leute die dort wohnten und die Umgebung bewirtschafteten und pflegten, ihr gerechtes Stück vom Kuchen abkriegen wollten.

Aber zurück zu diesem magischen Moment, der mit Worten gar nicht zu beschreiben ist, darum hier eine kleine Auswahl von Bildern.

Was für eine Aussicht
Der Weg zum Aussichtspunkt auf 5‘000 Metern Höhe führte an bizarren Felsformationen vorbei

Nach zwei Stunden in dieser völlig anderen Welt hiess es Abschied nehmen und wir machten uns auf den Weg zurück in die Realität. Die Fahrt nach Cusco dauerte lange und ich konnte sogar ein wenig schlafen. Zurück im Hotel war es bereits Abend und ich entschied mich, im Hotel zu essen, was aus kulinarischer Sicht eine gute Entscheidung war. Danach war Bettruhe angesagt, denn schon bald ging es weiter. Ich musste erneut sehr früh um 03:00 Uhr bereit sein. Morgen stand der letzte, grosse Tagesausflug an und er führte mich an keinen geringeren Ort als zum Weltwunder Machu Picchu.

Cusco – Ausflug nach Machu Picchu (16 Sep 2018)

Der lang ersehnte Tag war nun also endlich hier. Es sollte zu einem der sieben neuen Weltwunder gehen, nach Machu Picchu. Wie üblich werde ich mitten in der Nacht per Minubus abgeholt. Dieses Mal kam aber auch noch ein Zug ins Spiel, denn wir fuhren zuerst nach Ollantaytambo und wechselten dort auf den Zug, der uns nach Aguas Calientes brachte. Aguas Calientes liegt am Fusse einer Gebirgskette, die Machu Picchu beheimatet. Von dort konnte man entweder zum ehemaligen Inkareich hoch laufen oder per Bus ans Eingangstor gefahren werden.

Es war eine lange Reise und irgendwann im Verlauf des Vormittags kamen wir in Machu Picchu an. Vor dem Eingang versammelte sich eine grosse Menschenmenge und wir warteten gespannt, bis sich die Eingangstore öffneten. Es gab jeden Vormittag und Nachmittag eine limitierte Anzahl an Tickets, damit die Menschenmassen überschaubar blieben und der Park nicht allzu überfüllt war. Da die Tickets bereits durch meine Agentur organisiert wurden, musste ich mich um nichts weiteres kümmern als die Tour zu geniessen. Ich habe diese Tour erst vor zwei Tagen in einem lokalen Reisebüro in Cusco gebucht und war bis anhin sehr zufrieden.

Schliesslich öffneten die Tore und wir konnten den Park betreten. Zuerst liefen wir unserem Guide hinterher, der uns auf dem Weg nach oben zu den Aussichtspunkten noch ein bisschen Geschichte dieser historischen Stätte vermittelte. Immer wieder passierten wir grasende Lamas und Alpacas, was einfach toll aussah. Machu Picchu liegt übrigens „nur“ auf 2‘430 Metern über Meer und daher um einiges tiefer als Cusco.

Dann war es endlich geschafft und wir hatten den tollen Überblick und die weltbekannte Aussicht über Machu Picchu. Einfach nur traumhaft schön und ein magischer Ort. Das Wetter war zwar auch heute nicht berauschend und ziemlich stark bewölkt, aber immerhin regnete es nicht. Ausserdem gaben die Wolken dem Ort einen mystischen Touch.

Machu Picchu und ich
Einige Lamas und Alpacas waren ebenfalls vor Ort

Wir hatten nun über eine Stunde zur freien Verfügung und ich entschied mich noch zum Sonnentor hoch zu laufen, welches einen einstigen Haupteingang nach Machu Picchu markierte. Dazu machte ich viele Fotos und bewunderte diesen absolut faszinierenden Ort.

Dann neigte sich auch dieser Tag dem Ende zu und ich fuhr mit dem Bus die enge Zick Zack Strasse wieder runter nach Aguas Calientes. Da ich etwas früh dran war, schlenderte ich noch durch das Dorf und gönnte mir eine Mahlzeit. Wieder im Zug nach Ollantaytambo döste ich vor mich hin.

Die Rückfahrt nach Cusco im Minibus zog sich dann wieder in die Länge. Nun hatte ich aber definitiv genug von Bussen und langen Fahrten. Ich dachte an den Tag zurück und sah mir immer wieder die tollen Fotos an. Das Hotel erreichte ich erst nach Anbruch der Dunkelheit und ging ohne Umwege und völlig erschöpft ins Bett.

Nun war also auch dieses „Stück“ der Reise erfolgreich abgeschlossen. Besser hätte es nicht laufen können. Meine Ferien neigten sich dem Ende zur und dies war völlig ok. Ich war total zufrieden mit den letzten beiden Wochen und freute mich nun nach Hause zu kommen. Die Heimkehr gehört genau so zu einer Reise wie der erste Tag. Man sagt, die Vorfreude ist die schönste Freude. Dies gilt aber nicht nur für die Freude auf eine anstehende Reise. Genauso gross ist die Freude bei mir meistens auch, wenn sich eine Reise dem Ende zuneigt und ich wieder in die Schweiz zurückkehre.

Fernweh und Heimweh gehen für mich Hand in Hand. Ist man zu Hause in der Komfortzone, sehnt man sich nach Abenteuern in fernen Ländern. Liegt man wiederum in der Kälte auf 5’000 Metern,  wünscht man sich nichts mehr, als in der wohligen Wärme des eigenen Wohnzimmers auf der Couch zu faulenzen.

Ganz vorbei war es aber natürlich noch nicht. Morgen werde ich nach Lima zurück fliegen. Übermorgen habe ich dann nochmal einen vollen Tag in der Hauptstadt und erst einen weiteren Tag später erfolgt dann der letzte Tag in Peru an dem meine Rückreise in die Schweiz ansteht.

Cusco – Lima (17 Sep 2018)

Heute hiess es Abschied nehmen von Cusco. Ich habe einen Flug zur Mittagszeit gebucht und konnte es somit schön ruhig nehmen. Ich nahm mir ein Taxi zum Flughafen und rund 30 Minuten später war ich auch schon angekommen. Dort herrschte ein ziemliches Durcheinander. Es schien, als wäre ein Flug ausgefallen. Beim Check-In Schalter wurde mir dann mitgeteilt, dass ich auf einen anderen Flug umgebucht wurde. Da dieser andere Flug nur unwesentlich später abhob, war dies jedoch kein Problem. Danach lief alles völlig unproblematisch und die Maschine hob pünktlich ab. Die Flugzeit nach Lima dauerte knapp 90 Minuten und am frühen Nachmittag war ich wieder in der Hauptstadt angekommen.

Wieder mit dem roten Peru Hop Flughafen Bus liess ich mich wie am ersten Tag zum Stadtteil Miraflores fahren. Nun konnte ich die Fahrt mehr geniessen und war nicht mehr so angespannt. Einige andere Touristen im Bus waren soeben in Peru angekommen und gedanklich wünschte ich ihnen einen guten Aufenthalt.

Für die letzten beiden Nächte hatte ich ein anderes Hotel ausgewählt. Es war eigentlich mehr ein Apartment und war mit einer kleinen Küche ausgestattet. Die Lage war wiederum sehr zentral und eignete sich hervorragend um die Umgebung zu erkunden.

Da ich sonst keine Pläne hatte, ging ich am späteren Nachmittag nochmals in Richtung Meer und spazierte der Promenade entlang. Dort hatte es auch ein Shopping Center wo ich mein Abendessen und ein paar Piscos genoss.

Lima (18 Sep 2018)

Heute wollte ich nach Arequipa und Cusco auch noch an der Free Walking Tour in Lima teilnehmen.

Um 10:00 Uhr ging ich zum Treffpunkt und schon bald lief ich mit zwei Dutzend anderen Touristen los. Mittels Strassenbahn fuhren wir in das historische Viertel von Lima und zum Plaza de Armas.

Plaza de Armas, der Hauptplatz Limas

Es war eine lange und informative Walking Tour und sie dauerte über 3 Stunden. Den Abschluss der Tour war beim Plaza de Armas und somit nicht in Miraflores. Das bedeutete, dass ich via Strassenbahn meinen eigenen Weg zurückfinden musste. Als ich dies geschafft habe, war es bereits später Nachmittag und nun war meine Peru Reise tatsächlich fast zu Ende. Morgen werde ich via Paris nach Zürich zurückfliegen.

Time to say Good-Bye (19 Sep 2018)

Nun war es also soweit und der letzte Tag ist angebrochen. Auf dem Weg zum Flughafen sah ich aus dem Fenster und schaute ein letztes Mal den Peruanern bei ihrem Alltag zu.

Beim Flughafen deckte ich mich noch mit Souvenirs ein und machte mich auf den Weg zum Gate.

Meine Maschine hob pünktlich ab und rund 18 Stunden später (inklusive Zwischentopp in Paris) landete ich in Zürich.

Zurück in die Schweiz brachte ich neben einigen Souvenirs vor allem viele tolle Erinnerungen, die ich niemals vergessen werde.

Danke Peru!

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